Dr. medic. stom. (RO) Steffi Brück, Zahnärztin

Was ist eine Kiefergelenkserkrankung/craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)?

Mit einer craniomandibulären Dysfunktion wird eine Funktionsstörung im Zusammenspiel zwischen Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen bezeichnet, die auch übergreifende Schmerzausstrahlungen in den Kopf-, Nacken-, Rückenbereich bis hin zu Beschwerden in anderen Körperbereichen hervorruft.

Eine craniomandibuläre Dysfunktion hat viele verschiedene Erscheinungsformen.
Manchmal kann man den Mund kaum noch richtig öffnen oder schließen, nächtliches Zähneknirschen erfolgt, Kopfschmerzen, Tinnitus, Schlafstörungen sind u.a. die Folgen. Meistens kann man sich gar nicht vorstellen, dass die Beschwerden alle vom Kiefergelenk her kommen können!

Frühere Bezeichnungen für die Behandlung von craniomandibulären Dysfunktionen sind Myoarthropathie (die Erkrankung von Kaumuskeln oder Kiefergelenk), myofasziales Schmerzsyndrom, mandibuläres Dysfunktionssyndrom oder orofaziale Funktionsstörung.

Bei allen Bezeichnungen handelt es sich um eine Fehlfunktion des „Bisses“, das heißt, der Unterkiefer nimmt in Bezug auf den Oberkiefer nicht die passende Position ein, so dass eine ständige Fehllage sich auf die Muskulatur, das Kiefergelenk und die umgebenden Strukturen auswirkt.
Durch eine Funktionsstörung des Bewegungsapparates können dann auch in anderen Regionen- etwa den Lendenwirbeln Probleme auftauchen. Man muß dann feststellen, ob es ein aufsteigendes oder absteigendes Symptom ist.

Behandlung der CMD!

Mit Hilfe der computergestützten DIR-Messung (www.dir-system.de) kann auf ein Hundertstel genau die Lage beider Kiefer bestimmt werden und mit Hilfe von einem speziellen Schienenystem übertragen werden.
Der Patient wird in dieser Zeit engmaschig überwacht bis eine Besserung seines Zustandes erreicht wurde. Erst dann erfolgt eine evtl. kieferorthopädische Korrektur seines Bisses oder eine prothetische Umsetzung. Manchmal reicht es auch, an einzelnen Zähnen störende Kontakte zu korrigieren um den exakten „Biss“ einzustellen!

Wichtigstes Behandlungskriterium ist, die Beschwerdefreiheit des Patienten wieder herzustellen.
Eine interdiszipliäre Zusammenarbeit und die Einbeziehung von anderen Spezialisten kann für den Erfolg notwendig werden.

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